Bring mich zurück ins Jahr 1989! Eine Zeitreise nach Limone Sul Garda vor meine Geburt

Bring mich zurück ins Jahr 1989! Eine Zeitreise nach Limone Sul Garda vor meine Geburt

Wir alle wissen, dass alles rund um „Vintage“ einfach total im Trend ist. Vintage-Läden, Vintage-Inspirationsseiten, dieser körnige Filter, welcher jetzt plötzlich ganz sinnlos einige hochauflösende Instagram-Pics ziert. Zum Teil kann ich den Reiz daran durchaus verstehen. Das Alte scheint uns immer besser als das Bestehende, nicht umsonst hält sich der Spruch „Früher war alles besser“ so hartnäckig.

Aber trifft diese Aussage immer zu? Und kann man „Vintage“ nicht noch auf ein anderes Level bringen?

Als HolidayCheck auf mich zukam und mir die Idee einer „Blogger-Zeitreise“ präsentierte, konnte ich nichts anderes als Ja sagen. Die Aufgabe war ganz klar: Reise an einen Ort, an dem deine Eltern vor deiner Geburt waren und versuch, ihren Urlaub nachzuerleben. Ich bekomme also die Möglichkeit, eine andere Art von Vintage zu erleben und zu kreieren – und das ganz ohne über Apps künstlich hinzugefügter Körner, Kratzer und Striche.

Also bin ich los und habe mich durch all die Fotoalben gewälzt um nach einer passenden Destination zu suchen. Dabei hatte auch ich die Gelegenheit, ein wenig nachzuhaken. Wie war es denn damals so, einen Urlaub zu buchen und wie hat man eine Reise damals erlebt? Hier sind mir im Gespräch schnell einige Unterschiede aufgefallen.

Der Buchungsprozess. Gibt’s da auch WLAN?

Während ich wie selbstverständlich Buchungs- und Bewertungsportale wie etwa HolidayCheck durchforste um nach den besten und zeitgleich günstigsten Angeboten für meinen Reisezeitraum Ausschau zu halten, musste ich mir klar machen, dass es diesen Luxus früher nicht gab.

macbookPageHolidaycheck.jpg

Auch nach einzelnen Aspekten zu filtern erscheint mir heute als Selbstverständlichkeit. Wie wüsste ich denn sonst, ob das Hotel auch WLAN hat? Oder einen Fernseher? Diese Bandbreite an Flexibilität und individueller Gestaltung gab es früher nicht. Das brauchte man aber teilweise auch nicht, denn statt die Arbeit mit in den Urlaub zu nehmen, genoss man die Zeit vor Ort. Also richtigen Urlaub. Heute bei einigen fast undenkbar.

Vater meint: „Heute würde ich natürlich auch alle Aspekte des Aufenthalts vor der Reise abklären wollen, aber das heißt nicht, dass es früher schlechter war. Es war einfach anders.“

Die Zeit vor Ort. Fotos als Dauertrend!

Wohingegen heute vor allem viele Selfies und Essens-Pics mit dem Smartphone geschossen werden, habe ich den Eindruck gewonnen, dass man sich damals oft an schönen Plätzen in Pose geworfen hat oder auch mal den Ausblick fotografiert hat. Dabei hat die Masse an Fotos seit mobilen Revolution nicht zugenommen – es sind mindestens genauso viele Fotos in dicke Alben geklebt worden wie auf dem Handyspeicher heutzutage zu finden sind.

Insgesamt haben wir haben uns vor Ort einfach hintreiben lassen, checkten über das Smartphone oft spontan die Umgebung nach Museen, Sehenswürdigkeiten oder Restaurants aus und haben uns dann gezielt dorthin begeben. Wo ist das beste Lokal? Wie lange hat es noch offen? Dabei haben wir die Orte an denen wir waren innerlich sofort bewertet und verglichen.

„Hätten wir das damals gehabt, hätten wir sicherlich das ein oder andere Mal besser gegessen (lacht).“

Der Moment ist gekommen: Das Nachstellen der Bilder.

„Die haben doch einen Knall!“. Das mussten sich die Touristen vor Ort wohl denken. Die Kamera in der einen Hand, das Foto in der anderen – so liefen wir orientierungslos ohne konkrete Adresse und Hinweis durch das Zentrum von Limone Sul Garda. Nach so vielen Jahren ist es auch nahezu unmöglich, genaue Wegbeschreibungen zu liefern. Einziger Anhaltspunkt – die Laternen, die Palme… jedoch musste wir feststellen, dass die Laternen bereits ersetzt wurden und die Palme muss selbstverständlich auch gewachsen sein. Als wir dann den genauen Ort ausfindig gemacht hatten, versuchte ich dieses Bild so nachzustellen, wie ich es wohl heute ablichten würde. Und bezüglich des Posings habe ich mich einfach mal inspirieren lassen. Seht selbst!

Insgesamt muss ich sagen, dass mir diese Reise sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hatte meinen persönlichen Vintage-Moment, auch wenn ich nicht wirklich in die Zeit zurückreisen konnte. Mir wurde klar, welche Möglichkeiten mir offenstehen und ich bin gleichzeitig ganz aufgeregt, was sich in Sachen Reisen noch tun wird. Damals war sicherlich einiges gut, aber heute ist auch einiges besser und ich würde die vielen Freiheiten nicht missen wollen.

Spätspätsommer im September – Tipps fürs Gastgebersein

Spätspätsommer im September – Tipps fürs Gastgebersein